Und erneut grüßt uns heute Abend ein Montagslyriker und zeigt uns seine Welt des Schreibens.

Heute stellen wir euch eine kreative Seele vor, die nicht nur mit Worten spielen kann, sondern auch mit Farben, Formen und Motiven umgehen kann. Sie malt, sie fotografiert und ist in vielen künstlerischen Bereichen tätig. Heute Abend zeigt sie uns ihre Wort- und Schreibkunst. Scheu und Still kommt sie daher, aber man muss nicht immer über alles reden-Schreiben tut es auch. Ganz nach dem Motto lässt sie ihre Zeilen für sich sprechen. Sie zaubert mit ihren Worten eine Welt aus tiefen Gefühlen, die die Seele verzaubern. Heute Abend bringt sie die Bühne zum Leuchten und die Herzen zum Schmelzen. Wir präsentieren euch:
Anna Magdalena Hülkenberg
https://eulenschwinge.wordpress.com/

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1. Nenne den Schmerz beim Namen. Wer ist der Dämon, der dich zum Schreiben verführte?
(Der Mensch, die Muse, das Unglück)
Mit Dämonen hab ich’s nicht so. Ich schreibe auch nicht aus Schmerz. Ich schreibe freiwillig. Was und wann und wie ich möchte.

2. Wer dich kennenlernen will muss wissen, dass du …
(Erzähl uns von deinen Macken, schlechten und guten Eigenschaften, von deinen dunklen Geheimnissen)
… scheu bist. Und manchmal sehr schweigsam. Besonders bei Menschen, die ich nicht kenne. Ich finde diese Eigenschaft gut. Aber es gibt Menschen, die das nicht gut finden. Sollen sie ruhig. Ich finde, es wird zu viel geredet in der Welt. Und viel zu wenig hin- und zugehört. Die Stille öffnet die Ohren für die leisen Klänge, die in allen Dingen und Wesen sind. Diese Klänge zu hören, ist mir wichtig.

3. Welche Götter verehrst du?
(Künstler, die dich prägten, die du gerne liest oder empfehlen möchtest.)
Als Götter verehre ich Künstler nicht. Aber ich lese gern: Paul Auster, Nicholson Baker, Gerbrand Bakker, Hilde Domin, Gunnar Ekelöf, Ulla Hahn, Maarten ’t Hart, Tove Jansson, Sarah Kirsch, Siegfried Lenz, Astrid Lindgren, Petra Morsbach, Stewart O’Nan, Cees Nooteboom, Tomas Tranströmer. Ganz besonders gern: alte chinesische und japanische Lyrik. Und immer wieder entdecke ich leseeinladendschöne Blogs.

4. Was tust du, um dein Werk bekannt zu machen?
(Lesungen, Poetry-Slam, Veröffentlichen in Zeitschriften, Büchern, Internet usw.)
Sehr wenig. Bloggen. Ab und zu Lesungen. Bisher zwei Ausstellungen, verbunden mit Fotografie und/ oder Malerei.

5. Und nun, zeige dich!
(Mit bis zu zehn charakteristischen Werken, die du uns vorstellen magst. Mit einem Bild von dir? )

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die alten
die alten
steine erzählen
deine geschichte
schweigend
schweigend
hörst du
dein lachen
deinen schrei
schreist
lachst
wirst stein

 

lebt.lacht.liebt.gebiert
prolog: im wald.
sternmierengesäumte wege
überfliegend mit den spechten
den grünen und grauen lachenden
gundelreben honigsaugend
sichtet die brut im nest
sucht storchenschnabelumwachsen
schutz im bau der füchsin
gejagt wie sie
und doch frei
lebt lacht liebt gebiert
und tötet
ja tötet wohl auch

auster.feeling – oester.sentiment
sich verschließen wie eine auster dichtmachen im wellengang geborgen das innere und es wachsen lassen wäre da nicht die angst aufgebrochen zu werden gebrochen und beraubt des inneren von anderen aufgereiht als trophäe zu schmücken ungebrochene hälse dies ein untergang ohne meer

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24 Gedanken zu “Die stille Schreibende

  1. Sehr schönes Porträt und ansprechende, tief gehende Gedichte, über die ich noch etwas nachdenken möchte.

    Ich habe mich vor allem in der Antwort über die Schüchternheit sehr wiedergefunden. Ja, es wird zu viel gesprochen und zu wenig gesagt – vor allem zu wenig gehört. Man spricht schon los, bevor der andere fertig ist. Eine laute, stumpfe Welt. Das sehe ich im Gedicht „die alten“ irgendwie wieder.

    Liebe Grüsse
    Sandra

    Gefällt 10 Personen

    1. Wir hören wirklich selten mal hin und sagen zuviel, ohne wirklich was zu sagen:-( Schön, dass es dann eben doch noch Schreiber gibt, die mit ihren Worten berühren und anrühren und doch die richtigen Worte mit Aussage finden:-) Danke an Anna:-)

      Gefällt mir

  2. Für mich in ihrer Art, sehr neuartige Verse.

    Der letzte hat mir besonders gefallen. Ich „fürchte“ fast, dass er aus Lebenserfahrung geschrieben ist – so treffend, zugleich so schön über ein solches Thema zu schreiben geht, so denke ich, nur mittels einer besonderen Art von Authentizität.

    Mich hat das sehr beeindruckt, und die Bilder in diesem kleinen Gedicht!

    Auch die Vorstellung von Anna hat mir sehr gefallen.

    Nun MUSS ich mal auf ihrem Blig schauen gehen.

    Viele liebe Grüße für Anna und für Mia!

    Gefällt 2 Personen

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