Auch am heutigen Abend stellen wir euch mit großer Freude einen Lyriker vor, der den Montag mit seiner Schreibkunst versüßt.

Seiner Kreativität sind keine Grenzen gesetzt und er hat sich dem Künstlerischem regelrecht verschrieben. Manchen von euch wird er auch bekannt sein – als Nachtwolf. Häufig gegen Mitternacht beginnt seine ein-stündige Live – on – air – Show auf seinem Blog, in welcher er sich gerne die Belange seiner Leser anhört und sie mit gewünschten Musikstücken, die er für sie spielt, erheitert. Heute Abend präsentieren wir ihn für euch als Lyriker und zeigen seine schreiberische Seite. Ob Text, Gedicht oder Drabble-er macht und kann so einiges und es ist uns eine ganz besondere Freude ihn heute Abend auf der Bühne der Montagslyriker präsentieren zu dürfen. Hier ist für euch der Mann des Abends:

Jo Wolf
http://www.klapperhorn.wordpress.com

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1. Nenne den Schmerz beim Namen. Wer ist der Dämon, der dich zum Schreiben verführte?
(Der Mensch, die Muse, das Unglück)
Der Mensch, der mich damals zum Schreiben verführte, das bin ich; selbstzündelnd, inspiriert durch die zahllosen gelesenen Bücher in meiner Kindheit. Allerdings habe ich das all die Jahre immer nur sehr vernachlässigend betrieben. Der Mensch, der mich vorantrieb mein Schreiben zu intensivieren, lange ist das noch nicht her, das war mein Psychiater.
Meine Muse, in personeller oder sonstiger Form, habe ich noch nicht gefunden.
Das Unglück, das ist die Depression, meine eigenen Dämonen, sie zerren aus allen Richtungen an mir und zerfressen mich, ich schlage sie und treffe doch nur mich. Doch durch die Feder kann ich sie als Tinte, wie Blut aus meinen Adern, hinausfließen lassen. Oft formen sich daraus düstere Abbilder meiner Gedankenwelten, ich nenne sie die düsteren Moore. Das Klapperhorn ist mein Sprachrohr mittels dessen ich von dort aus kommuniziere. Es können aber auch heitere, motivierende oder nachdenkliche Ausdrücke auf dem Papier entstehen.

2. Wer dich kennenlernen will muss wissen, dass du …
(Erzähl uns von deinen Macken, schlechten und guten Eigenschaften, von deinen dunklen Geheimnissen)
…unberechenbar bist.
Ein netter Mensch, oder das Gegenteil davon, redselig, schweigsam, unsicher, übersprudelnd lebensfroh und mitreißend, gähnend langweilig, lustig bis albern oder todernst. Es ist nicht voraus zu sehen, was Dich in der jeweiligen Situation erwartet. Mehrheitlich bin ich aber darum bemüht, freundlich und unterhaltsam zu sein. Die Wahrscheinlichkeit, dass Du mich kennenlernst, ist allerdings nicht so hoch. Ich halte mich mit persönlichen Kontakten zurück.
Meine dunklen Geheimnisse nehme ich mit ins Grab. Innerhalb einer Katakombe zum Beispiel. Dort fotografiere ich sie und schreibe die dazugehörigen Worte nieder, um dann das Ergebnis als mein Werk zu veröffentlichen.

3. Welche Götter verehrst du?
(Künstler, die dich prägten, die du gerne liest oder empfehlen möchtest.)
Literaten, die mich prägten, davon gibt es einige und ich möchte sie in keine Hierarchie stellen. Deswegen willkürlich aneinandergereiht: Lovecraft, Lindgren, Grimm, Tolkien, Kishon, Busch, Dürrenmatt, Hassencamp, Blyton, Poe, Irving, Pratchett, Adams, de Sade, Moers, Ende.
Darüber hinaus mag ich die Farbstimmung der Landschaftsbilder von Paul Cézanne, die Fotografie von Andreas Feininger, die Straßenfotografie (und mehr) von Henri Cartier-Bresson und den Hardrock als solchen, ohne bestimmte Musiker hervorzuheben.

4. Was tust du, um dein Werk bekannt zu machen?
(Lesungen, Poetry-Slam, Veröffentlichen in Zeitschriften, Büchern, Internet usw.)
Ich veröffentliche meine Werke bisher nur auf meinem Blog und teile sie auf Twitter, Facebook und Google+. Lesungen oder gar Poetry-Slams habe ich mit meinen eigenen Werken noch nicht veranstaltet. Ob ich mich in Zukunft damit in die Welt hinaus traue, wird sich zeigen. Gedruckt wurde auch nichts, ich bin ja erst seit Februar nennenswert aktiv. Ein Frischling, aber irgendwann möchte ich meine gedruckten und gebunden Worte in den Händen halten, das wäre fabulös.

5. Und nun, zeige dich!
(Mit bis zu zehn charakteristischen Werken, die du uns vorstellen magst. Mit einem Bild von dir? )

 

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Im Turmzimmer

Ersponnene Träume
im Spindel verwirrt.

Gedankengarn
baumelt verfuselt herab.

Nadel im Kissen
durchsticht was dort ruhen mag.

Substanzlos umschlottert
von irrigem Geist.

Flehendes Heulen
durchsaust Staubzwirngenetz.

Vermauerte Fenster
werfen das Klagen zurück.

Traumgeistgedanken
ersticken im Echozwirnstrick.

 

 

Melancholischer Erguss in Orangegelb

Ich steh im Regen nass und kalt

am Himmel nichts als Gräue

Ich zündel mein Gemüt mir selber an

bis Frohsinn in mir lodert

Häng mir die Sonne in die Wolkenwand

hüpf grinsend durch die Pfützen

Leben ist kein Wunschkonzert

jeder darf höchstselbst mitspielen.

 

 

Hornversgeklapper
Zwei Knaben gingen auf die Balz,
hingen einer Magd am Hals.
So fielen alle drei zu Boden,
zerquetschten ihre armen Waden.

 

 

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7 Gedanken zu “Der Nachtwolf

  1. „Ersponnene Träume | im Spindel verwirrt“ so poetisch, träumerisch. Manchmal bringen die schlimmsten Erfahrungen das beste von uns zum Vorschein. Mach weiter, Jo. Schreiben tut der Seele gut 🙂

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